Schulden in Höhe von 9 Mrd. Euro und ein massiv eingebrochener Aktienkurs – nicht nur die zweitgrösste Immobiliengruppe Spaniens, Inmobiliaria Colonial, steckt mächtig in der Klemme.
Schon in der vergangenen Woche brach der Aktienkurs von Inmobiliaria Colonial um mehr als 40 % ein. Im Laufe des vergangenen Jahres hatten die Papiere, so berichtet das Handelsblatt, um mehr als 62 % an Wert verloren. Einem Bericht zufolge musste der Immobilienriese bereits im dritten Quartal des vergangenen Jahres mehr Zinsen zahlen als er Mieteinnahmen vorweisen konnte. Zum 31. Dezember verliess Firmengründer Luis Portillo das Unternehmen. Für seinen Anteil in Höhe von 40 % wird ein Käufer gesucht. Ob der französische REIT Gecina, der nach eigenen Angaben zu fast 70 % von der spanischen Firma Metrovacesa gehalten wird, einspringt? Mitte Dezember zumindest hatten beide Unternehmen Fusionsverhandlungen aufgenommen. In diesem Fall würde einer der grössten Immobilienkonzerne in Europa entstehen.
Laut einem Bericht der Welt stellte die Firma Llanera, die sich auf den Verkauf von Ferienwohnungen spezialisiert hat, im November vergangenen Jahres einen Insolvenzantrag. Die Zahlungsfähigkeit konnte nur mit Hilfe einer Finanzspritze des Hauptgläubigers, der regionalen Sparkasse Bancaja, wieder hergestellt werden. Grund für die Krise seien sinkende Wohnungspreise, während auf der Refinanzierungsseite die Zinsen steigen. Der Bauboom Spaniens erfährt gerade ein bitteres Ende – das allerdings von Experten schon lange vorausgesagt wurde. Demnach wurde in den vergangenen Jahren in Spanien weit über Bedarf gebaut. Die Welt spricht zum Beispiel von 800.000 neuen Wohnungen allein im vergangenen Jahr – mehr als in Deutschland, Frankreich und Italien zusammen.
Artikel von reits-in-deutschland vom 08.01.2008