| Spanien: Eine Pipeline für Wasser?Im Süden Spaniens, an einem 50 Kilometer langen Küstenstreifen rund um Almeria reifen unter endlos langen Plastikplanen Tomaten, Peperoni und Melonen. Wasser ist in dieser trockenen Klimazone ohnehin knapp. Durch die intensive Landwirtschaft, Blumenindustrie und Tourismus wird die Situation verschärft. Es wird mehr von den kostbaren Grundwasservorräten verbraucht, als sich natürlich regenerieren kann. Im Norden Spaniens entspringt der Ebro und mündet 927 Kilometer östlich im Süden Kataloniens in einem riesigen Deltagebiet ins Mittelmeer. Dieses Delta ist Europas zweitgrößtes Feuchtbiotop. Der im Jahre 2000 von der spanischen Regierung vorgelegte nationale Bewässerungsplan will das “hydrologische Ungleichgewicht” zwischen dem wasserreicheren Norden und dem trockenen Süden des Landes aufheben. Mit 120 neuen Staudämmen, zahlreichen Kanälen und Pipelines soll spätestens ab dem Jahre 2008 die gesamte Mittelmeerküste von Barcelona bis Almeria mit Wasser aus dem Ebro versorgt werden. Dabei scheint die Gegend um Barcelona das Wasser gar nicht zu benötigen.Für den öffentlichen Gebrauch von Wasser im Süden Spaniens – gemeint sind Haushalte und die Industrie – ist der Bau der Pipeline nicht notwendig, wohl aber für die Versorgung der Bewässerungslandwirtschaft. Sie macht landesweit zwei Drittel des gesamten Wasserbedarfs aus.Der öffentliche Protest gegen die Umsetzung des Hydrologischen Plans für den Ebro ist stark. Der Widerstand bezieht sich hauptsächlich auf die massive Umleitung von Ebro-Wasser in andere Regionen, auf den Bau zahlreicher Staudämme und die damit zusammenhängende Überflutung zahlreicher Dörfer und Landschaften, sowie auf die Gefahr des Austrocknens des Deltas. Spanische ÖkologInnen kritisieren, dass der Plan Alternativen nicht ausreichend berücksichtige. Statt Stauseen und lange Wasserpipelines zu bauen, wäre eine naheliegende Alternative den hohen Wasserverbrauch in der Bewässerungslandwirtschaft zu senken, der durch Leckagen in den Leitungen mitverursacht wird. Ferner ist der Plan, so die KritikerInnen, im Zusammenhang mit den Auflagen EU-Wasserrahmenrichtlinie für ein nachhaltiges Wassermanagement absolut unakzeptabel und förderungsunwürdig.Die spanische Regierung hält jedoch an dem Projekt fest und will es mit allen Mitteln durchsetzen. Studienergebnisse, die das spanische Umweltministerium von Hydrologen und Ökologen eingeholt hat, werden dabei wissentlich nicht berücksichtigt. Sie halten den Bau aus hydrologischen Gesichtspunkten für unannehmbar. Artikel aus menschenrechtwasser.de |
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