Autorin: Dagmar Nöldge
„Escuela“ ist das spanische Wort für Schule. Im Alter von 6 bis 12 Jahren besuchen die Schüler die Grundschule (Escuela Primaria). Der sechsjährige Besuch ist kostenlos. Schulpflicht besteht bis zum Alter von 16 Jahren. Der Schultag beginnt in der Regel um 8:30 Uhr und endet erst um 17:00 Uhr mit einer Mittagspause von 12:30 bis 15:00 Uhr. Die Unterrichtszeit kann in einigen Regionen wegen der heißen Sommermonate variieren. Das Schuljahr beginnt im September und endet bereits im Juni. Die sechs Jahre an der Grundschule sind in drei Zyklen (Ciclos) unterteilt, wobei jeder Zyklus aus zwei Schuljahren (Cursos) besteht. Innerhalb dieser zwei Jahre kann ein Schüler nicht sitzen bleiben. Erfüllt ein Schüler nach zwei Jahren nicht die angeforderten Leistungen, muss er das letzte Schuljahr wiederholen. Zeugnisse gibt es aber am Ende jedes Jahres und auch vor Weihnachten und Ostern. Das Lernen einer Fremdsprache ist in der Grundschulzeit Pflicht.
Ein sehr großer Teil der Bildungseinrichtungen wird in Spanien von privaten Trägern betrieben: 85 Prozent der Kindergärten, 40 Prozent der Vorschuleinrichtungen, 30 Prozent der Grundschulen und 50 Prozent der Sekundarschulen. 70 Prozent aller Einrichtungen gehören zur katholischen Kirche und werden von staatlicher Seite finanziell unterstützt. In diesen Schulen war noch im Jahre 2002 die Note in Religion der in Naturwissenschaften oder Sprachen gleichgesetzt und somit ausschlaggebend für die Versetzung und den Schulabschluss eines Schülers. Die gegenwärtige sozialistische Regierung bemüht sich, den Einfluss der katholischen Kirche auf das Bildungssystem einzuschränken. So werden Lehrer jetzt nicht mehr von den Vertretern der Kirchenhierarchie ausgewählt, sondern die Regionalregierungen entscheiden darüber nach Qualifikation und Chancengleichheit. Religion als Prüfungsfach wurde abgeschafft, es bleibt jedoch Pflichtfach für alle Schüler.
An den staatlich finanzierten Privatschulen werden die Einwandererkinder weitgehend ausgegrenzt, besonders wenn sie die falsche Religionszugehörigkeit haben. Deshalb besucht die Mehrheit (82%) aller Migrantenkinder die öffentliche Schule. Diese ohnehin schlecht ausgestatteten und unterfinanzierten Schulen tragen damit die Hauptlast der Integration.
Eine weitere Problematik stellt die hohe Rate an Schulabbrechern und die mangelnden Ausgaben für Bildung dar. Die Ausgaben für Erziehung liegen in Spanien weit unter dem Durchschnitt der 30 OECD-Staaten.
Quelle: aktiv-fuer-kinder.de
Mehr Infos über Schule und Studium in Spanien für deutschsprachige Kinder? >> Hier klicken
Kategorien: Kinder in Spanien · Soziales